Samstag, 13. September 2014

Münster und seine Leezen (3)

Liebe alle,

der Einstieg zum heutigen Post ist leider nicht so erfreulich, aber gehört dennoch dazu. Nachdem Mali und Nimi zwei Tage krank waren (Husten und Fieber) - Mali todunglücklich, dass er nicht in die Kita gehen durfte - und Nimi gestern schliesslich nur noch ein röchelndes, nach Luft schnappendes Etwas war, haben wir uns entschlossen, zum Arzt zu gehen. Für alle unsere medizinischen Freunde: Ja, auch wir gehen manchmal zu Arzt, wenn auch nicht für eine Impfung :) (gäu Betti!)


Auch krank ganz süss...


Ich, endlich in meiner Bibliotheks-Klause am arbeiten, natürlich sofort auf's Rad geschmissen, weil's schon hart gegen Praxis-Schliessung ging, und losgeradelt. Nach 50 Metern passiert's: Mein linkes Pedal fällt mitten auf der Kreuzung ab! Gut, ich steig' ab, schraube sie bestmöglich wieder an und weiter geht's. Aber natürlich war da die Sache schon längst gegessen... Bis zur Hälfte der Strecke die selbe Leier noch zweimal und ich musste die drei ziehen lassen. Münster und natürlich mein knallharter Antritt waren für meine Occasion-Schleuder einfach zu viel. Noch ein paar Tage früher haben Corinne und ich noch gewitzelt, wie oft wir in diesem Jahr zu unserem obermünsteraner Velomech (will heissen: kein Blickkontakt, kaum Lippenbewegungen, monotone Stimme und eine Ausstrahlung, die noch den Erfinder des Lach-Yogas gefrieren liesse) gleich um die Ecke müssen. Genatzt!!

Wenn denn das Fahrrad allerdings funktioniert, dann fühlen wir uns hier immer wie münsteranischer. Als wir neulich auf dem Nachhauseweg die Überwasser-Kirche passierten, sahen wir uns doch tatsächlich und völlig zu Recht gezwungen, ein paar Holländer aus dem Weg zu klingeln. Hach, diese Touristen haben doch keine Ahnung, wie in unserer (Wahl-) Heimat die Velowege aussehen.
ABER: Nur nicht zu dick auftragen, auch wir stehen manchmal quer! Den Nachhauseweg vom Arzt mussten wir letztlich mit nur drei Pedalen ja zu Fuss in Angriff nehmen. Und man stelle sich nun die Velostadt Münster vor, wenn da zwei Volltrottel die Leeze auf dem Gehweg schieben. 



Man gewann den Eindruck, dass alle motzen wollten, aber dann ja doch eigentlich keinen Anlass dazu hatten. So blieb den verwirrten MünsteranerInnen nur ungläubiges Glotzen, gepaart mit dem typischen ortsüblichen Charme. Jaja, wir stehen halt immer ein bisschen quer.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, der Husten selbstverständlich, kaum waren wir da, schon viiiiel besser war, aber egal. Jedenfalls kamen bei der Frage nach der nichthomöopathischen Dosierung der Medis schliesslich noch Nimis Kilöchen auf den Rippen zur Sprache. Der Arzt schätzte ihn auf 7, was Corinne offen bezweifelte. Daraufhin fühlte sich der - durchaus sehr freundliche! - Arzt "herausgefordert" (seine Worte) und wir wogen unser kleines Pfundskerlchen. Er hatte eine old-schoole Waage und musste also die Kilo- und Gramm-Gewichtchen schieben. Selbstbewusst legte einmal 7 auf - und nichts passierte, aber auch gar nix! Also langsam das Gramm-Gewichtchen gen' rechts geschoben, aber immer noch nichts - nicht im Ansatz. Unser Grinsen wird langsam breiter, er fragt nach munterem Schieben des Kilogewichts, ob sich Nimi womöglich irgendwo festhalte (Anm.: War reine Verzeiflung und erst noch unlogisch. Nimi hätte sich selbst runterdrücken müssen, um die Unfehlbarkeit des Halbgottes in Weiss aufrecht zu erhalten). Kurz: Er konnt's kaum glauben, dass die Waage erst im Gleichgewicht bei sage und schreibe 9,3 kg war! Ja, unser Nimi ist gut beisammen. 
 
Feinschmecker


Aber zu ihm gleich im nächsten Post.


Bis bald
Rich

Kommentare:

  1. Isch das pürierts Sushi?? LG, Tante Mi

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    1. Nimi: "Neeeiiinnin, Kartoffelbrei. Leider....Das andere Zeug sieht doch viel besser aus?!"

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